Plasmozytom/multiples Myelom

Das Plasmozytom ist eine Sonderform vom malignen Non-Hodgkin-Lymphom, bei der sich krankhafte Plasmazellen (Antikörper produzierende weiße Blutzellen) ungehemmt vermehren. Daher stehen hier nicht Lymphknotenvergrößerungen, sondern Knochenläsionen (Osteolysen = Löcher) mit der Gefahr von Knochenbrüchen oder eine starke Eiweißerhöhung im Vordergrund. Außerdem sind Verschiebungen der Blutsalze (Erhöhung von Kalzium), Blutarmut oder eine Nierenfunktionsverschlechterung möglich.
Für die Diagnosesicherung ist die Knochenmarkpunktion erforderlich. Auch diese Erkrankung ist mit herkömmlichen Therapien nicht heilbar. Daher erfolgt wie bei den Lymphomen eine Therapie erst, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind: deutliche Blutarmut, muliple Osteolysen (Löcher im Knochen), Verschlechterung der Nierenfunktion, Erhöhung des Kalziumspiegels, massive Erhöhung des krankhaft vermehrten Eiweißes/Antikörper. In diesen Fällen ist eine Chemotherapie notwendig, wodurch der Anteil an krankhaften Plasmazellen im Knochenmark deutlich reduziert werden kann und die genannten Beschwerden wieder rückläufig sind.

Die Ergebnisse der Chemotherapie könnten bei Patienten unter 70 bis 75 Jahre und mit sonst gutem Allgemeinzustand verbessert werden, wenn im Anschluss an die herkömmliche Chemotherapie eine nochmalige Hochdosis-Chemotherapie mit autologer (körpereigene) Stammzelltransplantation erfolgt. Eine allogene Stammzelltransplantation (Übertragung von Blutstammzellen eines fremden oder verwandten Spenders) kann die Erkrankung zwar heilen, da sie aber oft sehr komplikativ verläuft, ist sie nur für fitte Patienten mit frühem oder wiederholtem Krankheitsrückfall vorgesehen.