Lymphome

Maligne Lymphome sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems (umgangs-sprachlich Lymphknotenkrebs).
Es handelt sich um verschiedenste Lymphomarten, die ganz unterschiedliche biologische Eigenschaften besitzen und in die beiden Hauptgruppen Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphom unterteilt werden (letztere wiederum mit mehr als 20 Unterformen), z. B. follikuläres Lymphom, Marginalzonenlymphom, Mantelzelllymphom etc..

Im Rahmen dieser Erkrankungen treten häufig Lymphknotenschwellungen an unterschied-lichsten Körperregionen auf, zusätzlich evtl. eine Milzvergrößerung, manchmal begleitende Blutarmut oder Allgemeinsymptome (Schwäche, starke nächtliche Schweißausbrüche, Fieber, Gewichtsabnahme). In seltenen Fällen sind auch andere Organe beteiligt (Magen-Darm-Trakt, Lunge, Gehirn, Leber). Die genaue Diagnose lässt sich meist nur durch Entnahme und histologische (mikroskopische) Untersuchung des vergrößerten/befallenen Lymphknotens stellen. Zur Ausbreitungsdiagnostik gehören weitere Blut-/Laboruntersuchungen, eine Sonografie des Bauchraumes und Halsregion, Röntgen der Lunge oder ggf. Computertomografie von Brustkorb und Bauch sowie die Knochenmarkpunktion. Nur in wenigen Fällen sind ergänzende endoskopische Untersuchungen (Magen- oder Darmspiegelung, Lungen-spiegelung) erforderlich.

Der Morbus Hodgkin ist nahezu immer behandlungspflichtig und wird je nach Ausbreitungsgrad durch eine Chemotherapie oder Kombination von Chemo- und Strahlentherapie behandelt. Oft werden diese Patienten in Behandlungsstudien aufgenommen. Die Prognose ist meist gut mit hohen Heilungschancen.

Non-Hodgkin-Lymphom

Die Non-Hodgkin-Lymphome werden bei aggressivem Verlauf ebenfalls vorrangig durch Chemo- bzw. Chemo-Antikörper-Therapie behandelt. Ziel dieser Behandlung ist die Heilung.

Eine Vielzahl von Non-Hodgkin-Lymphomen kann bei Diagnosestellung allerdings nicht mehr geheilt werden. Dennoch kann die Erkrankung symptomarm und nur sehr langsam voranschreitend verlaufen. Daher wird in diesen Fällen abgewartet und erst bei Auftreten von eindeutiger Befundverschlechterung (Gewichtsabnahme, starkes nächtliches Schwitzen, große störende Lymphknotenschwellungen oder zunehmende Knochenmarkschwäche mit Blutbildveränderungen) wird eine Chemo- oder Chemo-Antikörper-Therapie eingeleitet. Da eine Chemotherapie durchaus mit Nebenwirkungen einhergeht, wird sie bei einer nicht heilbaren Lymphomerkrankung also nur eingesetzt, wenn die o. g. Beschwerden es erforderlich machen, damit unter der Therapie die Linderung der lymphombedingten Beschwerden und nicht die Nebenwirkungen der Therapie vordergründig sind.

Bei Lymphomen können Chemotherapien nach zwischenzeitlicher längerer Therapiepause evtl. im Verlauf von Monaten oder Jahren auch wiederholt werden. Nur wenige Lymphomerkrankungen werden durch eine Chemotherapie und anschließende Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation behandelt. Meist ist dies bei jüngeren Patienten mit schlecht auf die herkömmliche Chemotherapie ansprechenden Lymphomen oder frühzeitigem Krankheitsrezidiv (Rückfall) und drohender schlechter Prognose erforderlich.